Instrumente

Sowohl im Schamanentum, im Sufitum und der Musiktherapie spielen Musikinstrumente eine große, wichtige und heilende Rolle.

Die Instrumente tragen alle Symbolgehalte, manchmal sogar die Werkzeuge, mit denen sie bearbeitet werden.

Das Querbeil (keser) symbolisiert den Egoismus, weil es bei der Arbeit immer auf die Person hingezogen wird. Es symbolisiert, alles zu sich heran zu ziehen: ich, ich, ich.

Der Hobel dagegen wird von der Person weggeführt.

Das älteste Musikinstrument der Welt, ist gegenwärtig eine Knochenflöte, deren Alter auf 43 000 bis 82 000 Jahre geschätzt wird. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Slovenien gefunden.

Im Altaigebirge (im Pazýrýk - Tal) wurde eine Harfe (Ceng) gefunden, deren Alter auf 1700 v. Chr. geschätzt wird. Und der Forscher Rudenko spricht von der Kultur der Menschen dort, die über 3000 Jahre alt sein soll.

Rebab

REBAB: ist ein Saiteninstrument und wird mit einem Bogen gespielt. Ihr Klangkörper wird aus einer ausgehöhlten Kokosnuss gebaut, die dann auf der offenen Vorderseite mit einer Schafs - oder Fischhaut bespannt wird.

Der bundlose Hals ist recht lang und mit drei Saiten bespannt, von denen zwei Metallsaiten (das Innere ist Seide) sind und eine, eine Pferdehaarsaite ist.

Ihr Ursprung ist Zentralasien. Von dort wurde sie von dem Mystiker Hazreti Mevlana Rumi in die Türkei gebracht.

Turgut Baba sah in der Form der Rebab das Koranische Wort Kün = Es sei! symbolisiert. Es besteht aus den beiden Buchstaben Kef und Nun.

Das heißt, die Rebab verkörpert in ihrer Form den göttlichen Befehl: Sei! Den göttlichen Willensakt und den Befehl zur Schöpfung.

Hazreti Mevlana:

“Das Herz gleicht der Rebab und die Liebe im Herzen ist der Bogen. Die Resonanz der Herzen entsteht durch das Streichen des Bogens.
Der Klang entsteht, wenn der Bogen über die Saiten streicht. Wenn die Saite schwingt, kann sich kein Gedanke zwischen Bogen und Saite drängen.
Der Klang der Rebab vertreibt die Traurigkeit aus den Herzen.”
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ney

NEY: Die Ney hat neun Bambusabschnitte. Die inneren Membranen dazwischen müssen durchstoßen werden, um das Instrument zu reinigen. Das Entfernen der inneren Verholzungsringe, führt zur inneren Leere.

Diese Verholzungen, Membranen, so sagt Hazreti Mevlana, entsprechen den inneren Barrieren, den Egoismen, den Mängeln, Fehlern des Menschen, die es durch Reinigung zu beseitigen gilt, um zur Reife zu gelangen. Der Mensch muss seine Komplexe überwinden, leer werden, zum Medium Allah´ s werden.

Durch die innere, wie äußere Reinigung wird der Klang der Ney rein und der Mensch freundlich, tolerant liebevoll und hilfsbereit.

Die Ney schafft eine Brücke zwischen Gedanken und Herz, schafft eine Balance zwischen Denken und Fühlen. In dieser Position wird sie auch gehalten.

Die Ney hat sieben Spiellöcher, die den sieben Sinnesöffnungen des Menschen entsprechen:

zwei Ohren, zwei Augen, zwei Nasenlöcher und der Mund.

Diese Sinnesöffnungen ermöglichen dem Menschen, die Welt um ihn herum aufzunehmen, den Sinn und das Wesen seines Lebens zu erkennen.

Unsere Sinne schaffen eine Verbindung zwischen Innen - und Außenwelt.

Wer die Wesenheit kennt, erkennt die Wahrheit:
Mit den Ohren ALLAH hören,
mit den Augen ALLAH sehen,
mit der Nase den göttlichen Duft riechen und
mit dem Mund ALLAH sprechen.

Die Aufgabe des Sufis ist es, die Sinne ihrer wahren, göttlichen Bestimmung zuzuführen.

Kopuz

UD - KOPUZ: Die Ud ist eine Kurzhalslaute, mit 11 Saiten. Sie wird mit einem Pick (Penar, Plektron) gespielt. Charakteristisch sind ihr weitausladender Körper und der relativ kurze Hals, ohne Bünde.

Ihr Ursprungsland ist Zenttralasien.

In dem Buch Sýrrýl esrar von Abdul Kadir Gelani, einem großen Ordensgründer und Sufiheiligen, schreibt er über ein Hadith:

Wer sich nicht am Frühling freut, mit seinen Blumen, dem Sema, den Gedichten des Semas, der Ud und ihrem vibrierenden Klang, dessen Charakter ist schlecht.

In alten, mehrtausendjährigen Höhlmalereien fand man Abbildungen von verschiedenen Modellen von Uds.

In manchen Büchern sind verschiedene Modelle von Uds abgebildet, eines, aus Zentralasien ist etwas kleiner als die Ud. Der bauchige Rücken ist mit einem Fell bedeckt und den Hals, wie die Vorderseite schmücken Ornamente aus Knochen von Hirschen.

Tanbur

TANBUR: It is a long necked, seven stringed instrument, played with a tortoise shell pick.

Ceng

CENG: Eine zentralasiatische Harfe. Sie hat vierzehn oder vierundzwanzig Saiten. Sie wird mit beiden Händen gespielt.

Früher war sie besonders in der Mevlevimusik zu hören.

Kanun

KANUN: It is an Central Asian instrument with seventyfive strings. It is played with two picks while resting on the player´s knees.

Saz, Baðlama, Cura

SAZ, BAGLAMA, CURA: Eine sieben saitige Langhalslaute, die mit einem Penar aus Kirschbaumrinde gespielt. Diese Instrumente sind die Hauptinstrumente der anatolischen Folksmusik, kamen aber ursprünglich aus Zentralasien, vorwiegend Azerbaidschan und Türkmenistan. In Anatolien hat sich der Gebrauch der Instrumente sehr entwickelt. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Formen: Divan, Baðlama, cura, aþýksazý)

Dombra, dutar

DOMBRA (DUTAR): ist ein anderes Modell der Kopuz. Sie hat zwei Saiten, welche mit den Fingern gespielt werden.

Ihr Heimatland ist Kasachstan und Kirgisien dort spielt sie im Schamanentum eine wichtige Rolle. Sie war eines der rituellen Hauptattribute des Schamanen.

Dutar: Sie ähnelt sehr der Dombra. Auch sie hat zwei Saiten. Sie ist größer als die Dombra und wird ebenfalls ohne Penar oder Plektron gespielt.

Man findet sie vorwiegend in Uzbekistan und dem Uigur. Sie dient hauptsächlich dem Erzählen von Legenden.

Kýlkopuz

KILKOPUZ: Die Kilkopuz ist ebenfalls ursprünglich ein archaisches Baksýinstrument. Sie wird gerne aus dem Holz des Maulbeerbaumes hergestellt. Einhölzerner Klangkörper wird von zwei Pferdehaarsaiten überspannt.

Korkut hält man für den heiligen Beschützer der Kilkopuz. In den Legenden über die Kilkopuz kann man lesen, das man auf das Grab von Korkut seine Kilkopuz gelegt hatte und das sie jeden Freitag, über viele Jahre hinweg wehmütige Töne von sich gab, als würde sie ihren Herren beweinen.

Im Volksglauben der Kasachen findet man die Annahme, das, die schamanische Kilkopuz die Wunderkraft besitzen würde, durch die Luft zu jagen. Die Schamanen griffen deshalb gern zu dem Instrument, um mit Pferden Rennen zu wetteifern.

Das Instrument wird mit einem Bogen gespielt, während es auf den Knien des Spielers bleibt. Die Form des Instruments symbolisiert den Schwan, ein heiliges Tier in Zentralasien. Der eine Wirbel symbolisiert die Sonne, der andere den Mond.

Der untere Teil des Instruments symbolisiert die Erde, der obere Teil den Himmel. Zwischen beiden entsteht der Klang. Das Zusammenwirken der beiden Saiten vermag den Zuhörer in Trance zu versetzen.

Die Kilkopuz eignet sich hervorragend zur Imitation von Tierlauten und Naturstimmen.

Rübab

RUBAB (KOCKARCA): Die Rübab ist typisch für Uzbekistan. Sie hat einen hölzernen Klangkörper, der mit einer Schafshaut bespannt ist. Sie hat einen langen Hals, der mit fünf Metallsaiten bespannt ist. Sie wird mit einem Pick oder Plektron gespielt.

Sie ist ein Modell der Kopuz und wird auch Rumikopuz oder Koçkarça genannt. Die Form des Klangkörpers symbolisiert die Hörner des Widders. Ihr Klang ist eher "glänzend". Sie bietet viele rhythmische und melodiöse Möglichkeiten. Eine große Flexibilität und ein vielfältiges Spektrum von Klängen, die, die unterschiedlichsten Gefühle repräsentieren kann durch sie vermittelt werden.

Man findet sie außer in Uzbekistan auch im Uigur. Früher hörte man sie auch in den Palästen der Osmanen.

Tar

TAR: Die Tar ist ein Langhalsinstrument. Sie kommt aus Azerbaidschan und wird aus dem Holz des Maulbeerbaumes geschnitzt. Der Klangkörper wird mit einer Tierhaut überzogen. Das Instrument hat elf Saiten und wird mit einem Plekttron gespielt.

Sie wird in den unterschiedlichsten Musikformen eingesetzt. Sie klingt sehr "hell" und löst verschiedenste Gefühle aus.

Früher verwendete man sie häufig zum Erzählen von Geschichten und Legenden.

Miskal

MISKAL: This is a Central Asian pan-flute made by tying diffferent sized pieces of cane together in a row.

Gubuz (San kopuz)

GUBUZ (SAN KOPUZ): Dieses kleine Instrument, mit großer Wirkung besteht aus einem Metallkörper, indem sich eine schwingende Metallzunge befindet. Der Musiker führt das Instrument zu seinem Mund und stellt die Vibration mit der Hand während des Ein - und Ausatmens her.

Dieses Instrument ist in ganz Zentralasien beheimatet. Melodie und Rhythmus werden gleichzeitig gespielt und das Instrument wird für viele Zecke verwandt. Vor allen Dingen werden Naturstimmen imitiert, sie wird zum Tanz und zum Erzählen von Geschichten verwandt.

Mey (Balaban)

BALABAN (MEY): This is a wind instrument with a kaval type body. A double reed cane is attached to one end. It is seen in both Central Asia and Anatolia.

Kabak kemane (Gýçek, kemençe)

KABAK KEMANE (GICEK, KEMENCE): The three stringed instrument is played with a bow. The body is made from squash gourd; the neck is made from mulberry wood.

Kaval

KAVAL: These are both types of wooden wind instruments.

Koray

KORAY: This is an Idil-Ural instrument made from a piece of narrow cane. It is played between the teeth and blown.

Sýbýzgý

SIBIZGI: This is a wooden Kazakh instrument which is placed between the teeth and blown.

Mazhar (Bendir)

MAZHAR (BENDIR): Sind Rhythmusinstrumente. Ein hölzerner Rahmen ist mit einer Tierhaut (Schafsfell oder Ziegenhaut ) bespannt.

Mit beiden Händen werden unterschiedliche Rhythmen geklopft oder geschlagen.

Die Trommeln waren eines der Hauptinstrumente der zentralasiatischen Schamanen. Unter den Klängen der Trommel versetzte sich der Schamane in Trance und Ekstase und rief seine Geister herbei. Die Trommel symbolisierte für ihn das Pferd. Ein Krafttier, mit dessen Hilfe er in die anderen Welten reisen konnte.

Die rituelle Bedeutung der Trommel ist gewaltig: Die Schamanen "versammelten" insbesondere ihre Hilfsgeister in der Trommel und "schütteten" sie während des Heilrituals in den Kranken.

Aus : Das Schamanentum bei den Völkern Zentralasiens und Kasachstans.

Kudüm

KUDUM: Trommeln aus Ton oder Kupfer, die mit einer Tierhaut, häufig Kamelhaut, überzogen sind. Sie sind in Paaren in Gebrauch und werden mit Schlägeln (Zahme) getrommelt. Die beiden Trommeln sind auf La und Re gestimmt. Das Ende der Schlägel wird bülbül türük, Speichel der Nachtigall genannt.

Halile, zil

HALILE: These two cymbals are used for rhythm.

Murinhhur

MURINHUR: An instrument of Mongolia and Tuva Region. It has two strings made from horse tail hair and is played with a bow. The neck is decorated with the head of a horse at the top.

Nefir

NEFIR: This is a wind instrument made from horns of the mountain goats.

Cetigen

CETIGEN (YATUGAN): An instrument of Yakutistn and Kazakhstan. It has between 17 to 20 strings and is played on the lap.